Vor dem Spiel des VfB am Samstagabend beim 1. FC Nürnberg sprachen wir mit dem Topstürmer des Club, Albert Bunjaku, über seinen rasanten Aufstieg vom Zweitligaangreifer zum Bundesliga-Goalgetter und Schweizer Nationalspieler, die Neuzugänge und den Trainerwechsel beim FCN.
Albert, mit Deinen neun Toren in 16 Bundesligaspielen gehörst Du zu den besten Torjägern der Liga, und das in Deiner ersten Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Wie erklärst Du Dir Deine rasante Entwicklung?
Albert Bunjaku: "Das weiß ich nicht ... Klar, wer mir das vor einem Jahr, als ich gerade von Erfurt zum Club gekommen bin, gesagt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt. Es läuft halt, und vor allem profitiere ich dabei von der Vorarbeit der anderen. Wie Marek (Mintal), Dennis (Diekmeier) und Harry (Charisteas) mir die drei Tore in Hannover aufgelegt haben, das war schon ganz stark."
Der 1. FC Nürnberg kämpft als Tabellensiebzehnter gegen den Abstieg. Was stimmt Dich zuversichtlich, dass der Klassenerhalt gelingt?
Albert Bunjaku: "Wir glauben an uns, wir haben wieder unsere Linie gefunden. Aber wir wissen vor allem, dass wir uns immer wieder neu beweisen und dafür hart, hart trainieren müssen. Und wir haben ganz Nürnberg im Rücken - wer hat schon so eine Unterstützung wie wir!"
Zwar hat der Club mit Peer Kluge einen wichtigen Mann abgegeben, aber mit Breno, Andreas Ottl und Mickael Tavares drei Spieler verpflichtet. Wie ist Dein bisheriger Eindruck von Deinen neuen Kollegen?
Albert Bunjaku: "Absolut in Ordnung! Allen merkst du an, dass sie die Herausforderung Nürnberg mit dem Klassenerhalt sehen. Bei keinem haben wir das Gefühl, dass er sich nicht wohl fühlt."
Nicht nur im Spielerkader gab es im Winter Veränderungen, auch auf der Trainerbank tat sich etwas. Was für Auswirkungen hatte der Wechsel von Michael Oenning zu Dieter Hecking Ende Dezember?
Albert Bunjaku: "Wisst ihr, ich finde es immer schwierig, da Vergleiche zu ziehen. Jeder Trainer hat seine ganz besonderen Stärken, und es ist bitter für eine Mannschaft, wenn sie wie wir den Trainer verlieren. Michael Oenning hat es schließlich vor einem Jahr geschafft, mit uns aus einer beinahe aussichtslosen Situation aufzusteigen! Dieter Hecking hat uns in einer Lage übernommen, die alles andere als einfach war und aus der wir noch längst nicht raus sind. Er hat eine klare Ansprache, korrigiert immer wieder im Training, macht deutlich, was er will. Setzen wir das um, bleiben wir auch drin, ganz sicher."
Bevor Du nach Deutschland gekommen bist, hast Du beim FC Schaffhausen unter dem neuen VfB II Coach Jürgen Seeberger gespielt und den Aufstieg in die höchste Schweizer Spielklasse miterlebt. Wie würdest Du den Trainer Seeberger beschreiben?
Albert Bunjaku: "Auf jeden Fall ein Trainer, an dem eure jungen Spieler viel Freude haben werden. Ich bin unter ihm in Schaffhausen aufgestiegen, das waren zweieinhalb tolle Jahre."
Am Samstagabend gastiert der VfB in Nürnberg. Beide Teams haben am vergangenen Wochenende wichtige Siege eingefahren. Wer geht Deiner Meinung nach am Samstag als Sieger vom Platz und warum?
Albert Bunjaku: "Was für eine Frage (lacht)."
Bisher hat Dich der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld einmal ins Aufgebot berufen. Was würde eine Teilnahme an der WM 2010 für Dich bedeuten?
Albert Bunjaku: "Die Frage wird ja beinahe täglich gestellt ... Erst einmal kommt der Club und der Klassenerhalt. Und alles andere ergibt sich dann."